Der FC Altenbochum hat zum Auftakt der neuen Landesliga-Saison gegen den selbsternannten Titelaspiranten FC Marl eine bittere 1:2-Niederlage hinnehmen müssen. Dabei zeigte der Gastgeber über weite Strecken eine starke Leistung und hätte sich gegen den favorisierten Gegner mindestens einen Punkt verdient gehabt. Am Ende entschied ein Strafstoß in der Nachspielzeit die Partie.
In den ersten 15 Minuten neutralisierten sich beide Mannschaften zunächst weitgehend. Danach übernahm der FC Altenbochum zunehmend das Kommando und erspielte sich mehrere gute Möglichkeiten. Marl, das sich selbst zu den Titelkandidaten der neuen Saison zählt, tat sich gegen die gut organisierte Altenbochumer Mannschaft zunächst schwer.
Bis zur Pause hatte der FC Marl lediglich eine wirklich nennenswerte Torchance. Dabei musste Altenbochums Torhüter Raciel Peralta Gonzalez sein Können zeigen und verhinderte mit einer starken Parade den möglichen Rückstand.
Altenbochum dagegen wurde immer gefährlicher. Besonders über die schnellen Läufe in die Tiefe stellte die Mannschaft den Gegner vor Probleme. Immer wieder wurden die Stürmer gesucht und gut in Szene gesetzt.
In der 45. Minute fiel schließlich die verdiente Führung, und sie war sehenswert.
Jerome Kapenda setzte zu einem starken Tiefenlauf an, setzte sich anschließend in einer Einzelaktion gegen seine Gegenspieler durch und drosch den Ball mit voller Wucht ins Tor. 1:0 für Altenbochum.
Kapenda zeigte insgesamt eine sehr starke Leistung. Mit seiner Dynamik und seinen Tiefenläufen war er für die Marler Defensive kaum in den Griff zu bekommen und sorgte immer wieder für Gefahr.
Doch die Führung sollte nicht bis zur Halbzeit Bestand haben. Der Schiedsrichter ließ sechs Minuten nachspielen. Für Altenbochums Trainer Walter Gede war diese lange Nachspielzeit nicht nachvollziehbar.
„Für mich war es überhaupt nicht verständlich, warum sechs Minuten nachgespielt wurden. Es gab keine größeren Unterbrechungen, die eine derart lange Nachspielzeit gerechtfertigt hätten“, erklärte Gede.
Und ausgerechnet in der fünften Minute der Nachspielzeit schlug Marl zu. Eine direkt verwandelte Ecke brachte den Gästen den Ausgleich zum 1:1. Praktisch unmittelbar danach pfiff der Schiedsrichter zur Halbzeit.
„Das war natürlich bitter. Wir machen in der 45. Minute das 1:0 und kassieren dann in der Nachspielzeit noch den Ausgleich. Trotzdem konnte ich meiner Mannschaft zur Pause nur Komplimente machen“, sagte Gede.
Denn bis dahin hatte Altenbochum vieles richtig gemacht. Die Mannschaft arbeitete gegen den Ball diszipliniert, spielte mutig nach vorne und suchte immer wieder die Tiefe. Besonders die Kombinationen aus Klatschaktionen und anschließenden Pässen hinter die Marler Abwehr funktionierten über weite Strecken sehr gut. Die Stürmer boten sich immer wieder an und sorgten mit ihren Tiefenläufen dafür, dass die Marler Defensive immer wieder vor schwierige Aufgaben gestellt wurde.
Nach dem Seitenwechsel bekam der FC Marl etwas mehr Kontrolle im Spielaufbau. Der selbsternannte Titelaspirant hatte nun ein leichtes Übergewicht, ohne daraus allerdings entscheidendes Kapital schlagen zu können.
Auch Altenbochum kam weiterhin zu Möglichkeiten. Insgesamt neutralisierten sich beide Mannschaften in der zweiten Hälfte bei den klaren Torchancen weitgehend.
„Marl hatte in der zweiten Halbzeit ein kleines Übergewicht im Spielaufbau. Aber überragend war das auch nicht. Wir hatten ebenfalls unsere Möglichkeiten. Von den Chancen her haben wir uns eigentlich neutralisiert“, analysierte Gede.
Als bereits vieles auf ein leistungsgerechtes Unentschieden hindeutete, folgte jedoch der nächste bittere Moment für den FC Altenbochum.
In der 90.+4 Minute spielte Marl einen tiefen Steckpass in Richtung Altenbochumer Strafraum. Der Marler Stürmer nahm den Ball auf, Altenbochums Innenverteidiger Marco Polk wollte noch eingreifen, traf dabei allerdings nicht den Ball, sondern den Gegenspieler. Der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt.
Marl verwandelte den Strafstoß und erzielte damit in der Nachspielzeit den entscheidenden Treffer zum 2:1.
„Natürlich ist das extrem bitter. Wir hatten zweimal Pech, beim Ausgleich kurz vor der Halbzeit und jetzt beim Elfmeter in der Nachspielzeit. Meines Erachtens wäre mindestens ein Punkt gegen diesen sehr starken Gegner hochverdient gewesen“, sagte Gede.
Einen Vorwurf an seine Mannschaft wollte der Trainer trotz der Niederlage ausdrücklich nicht formulieren. Über weite Strecken habe sein Team eine starke Leistung gezeigt.
„Wir haben das über 50, 55 Minuten wirklich gut gemacht. Jetzt müssen wir es schaffen, diese guten Dinge nicht nur 50 oder 55 Minuten, sondern 70 bis 75 Minuten konstant auf den Platz zu bringen. Natürlich wollen wir irgendwann den nächsten Schritt machen und das über die komplette Spielzeit schaffen – 90 Minuten und dann auch in der Nachspielzeit. Denn genau solche Situationen wie heute, dass wir in der Nachspielzeit noch ein Tor kassieren, müssen wir in Zukunft vermeiden.“
Der FC Altenbochum geht damit zwar ohne Punkte aus dem ersten Saisonspiel, nimmt aber wichtige Erkenntnisse aus der Partie mit. Die Mannschaft will die kommende Trainingswoche nutzen, um an den eigenen Abläufen weiterzuarbeiten.
„Wir werden jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken. Wir haben die ganze Woche Zeit, an unseren Dingen zu arbeiten. Wir werden trainieren, trainieren, trainieren und versuchen, Fortschritte zu machen. Wir geben nicht auf und nehmen das Positive aus diesem Spiel mit“, betonte Gede.
Viel Zeit zum Ärgern bleibt uns ohnehin nicht. Bereits am kommenden Sonntag wartet mit dem SV Wanne 11 der nächste starke Gegner auf den FC Altenbochum. Wanne 11 belegte in der vergangenen Saison den dritten Tabellenplatz und gehört damit ebenfalls zu den Mannschaften, die in der neuen Spielzeit eine wichtige Rolle spielen dürften.
„Wanne 11 ist eine sehr starke Mannschaft und wird uns sicherlich wieder alles abverlangen. Wir müssen jetzt trotzdem schauen, dass wir eine gute Partie spielen, unsere Lehren aus dem Marl-Spiel ziehen und unsere Leistung über einen noch längeren Zeitraum konstant auf den Platz bringen. Natürlich wollen wir versuchen, dort unseren ersten Dreier einzufahren“, blickt Gede bereits auf das kommende Wochenende.
Der FC Altenbochum hat damit direkt die nächste anspruchsvolle Aufgabe vor der Brust. Nach der unglücklichen Niederlage gegen den Titelaspiranten FC Marl soll nun beim ebenfalls hoch eingeschätzten SV Wanne 11 der erste Saisonsieg her.
Die Leistung gegen den Titelaspiranten macht trotz der bitteren Niederlage Mut. Der FC Altenbochum hat gezeigt, dass er auch gegen einen der vermeintlich stärksten Gegner der Liga mithalten kann. Jetzt gilt es, die guten Ansätze über eine immer längere Spielphase konstant abzurufen und am Ende auch in den entscheidenden Minuten hellwach zu bleiben.
